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Max Goldt/Tex Rubinowitz
(Hrsg.): Punk und Bart – das ist hart. Zwar hat die mittlerweile dienstälteste noch gebärende Jugendkultur des 20. Jahrhunderts schon deshalb viel mit Gesichtsbehaarung zu tun, weil Joe Strummer einst verkündete: »Bärte waren der Feind!« – aber schön ist die merkwürdige Textsammlung vor allem deshalb, weil die Beteiligten in ihren Einlassungen weder das Thema noch sich selbst so ernst nehmen, wie man das in Vor-Punk-Zeiten mit der Welt zu tun hatte. Der Rabe ist seit vielen Jahren mir die liebste von den deutschen »Literatur-Zeitschriften« in ungefährer Taschenbuchform – weil er die am wenigsten langweilige ist. Am wenigsten? Diesmal praktisch gar nicht! Denn einer der (neben vielen Bildern) 24 Text-Beiträge im Hauptteil stammt von Thomas Kapielski, und wenn es momentan einen guten deutschen Schriftsteller gibt (was ansonsten eine gute Frage ist), dann ist es dieser. Das heißt natürlich nichts gegen Max Goldt, der in genregebotener Kürze von seinen ersten Punk-Singles erzählt, über die »Ladette« als solche nachdenkt, über das Rasieren raisonniert. Auch nichts gegen die anderen, die das Bläsen zu einem sehr kurzweiligen Genuß machen. Bläsen? Darunter versteht man eine Raben-typische Mischform des Schriftgut-Konsums: Zuerst wird, kaum ist man aus der Buchhandlung heraus, ungeduldig geblättert und sich über die absurden bis aberwitzigen Cartoons von Rattelschneck, Egner und anderen fröhlichgeschmunzelt. Dann, meistens erst daheim oder wenigstens auf einer langen Trambahn-Etappe, beginnt das Lesen. Und zwar meistens in einer Halbrückwärts-Schleife: zuerst »Der Rabe rät« (das ist mehr nostalgisch: Früher gab es noch viele Seiten »Der Rabe rät ab«!), dann dies und das und jenes, zum Schluß das gefürchtete Raben-Rätsel, das allerdings diesmal so babyleicht ist, daß ich’s schon nach drei Zeilen wußte – huch! da ist ja noch eine ganz gemeine Zusatzfrage! Die Platte hat jeder anständige Punk doch längst verschenkt oder nie besessen! »Punk und Bärte« ist eine seltsame Zusammenstellung, aber sie funktioniert, nicht bloß weil Punk auch schon lange einen Bart hat. Sie funktioniert vielleicht deshalb, weil die Sinn-Verbindung der beiden Themen in etwa der Denk-, Schreib- und Zeichenweise vieler Beteiligter entspricht, was das Büchlein – wie gesagt – sehr kurzweilig macht. So ganz scheint der Haffmans Verlag der Durchschlagskraft seiner revolutionären Kräfte jedoch nicht zu vertrauen, oder warum erscheint der Rabe (»drei- bis viermal im Jahr«) diesmal doppelt? (Gleichzeitig mit diesem wird der Gottfried-Keller-Rabe ausgeliefert.) geschrieben am 29. Oktober 2000 für die Internet-Seite popXL e-mail:michael sailer | impressum | © Michael Sailer |
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She drew a moustache on her face / She's always seen her as a man |
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