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viel zu magic
 
 

Folge 10: viel zu magic

Für die Präsentation seiner neuen Schützlinge, der Mainstream-Altrocker Orion, braucht Bleistein eine Vorgruppe, die freilich möglichst schlecht sein soll, um Orion nicht die Schau zu stehlen. Hiebert schlägt Blam! vor. Die hocken derweil frustriert in ihrem Proberaum in Terrys Tankstelle herum und ernähren sich von kalten Ravioli. Da klingelt das Telephon, und danach verkündet Terry das Angebot: Blam! sollen in der »Polyester-Halle« (die zwar nicht so groß ist wie die Olympiahalle, »dafür aber weiter weg«) vor Orion spielen; Gage: 500 Mark. Leider ist Brunos Auto kaputt, daher wollen Bruno und Panda einem Hippie seinen »Magic Bus« abkaufen. Der Bus weigert sich jedoch. Glücklicherweise trifft kurz darauf ein Postbote mit seinem Bus vor Terrys Tankstelle ein, um der Band ihre nichtverkauften Singles zurückzubringen. Kurzerhand wird der Bus geklaut und umgespritzt. Der Postbote nimmt die Verfolgung auf – als Anhalter im »Magic Bus«. In der Halle angekommen, schwindeln sich Blam! an den Türstehern vorbei, schmuggeln sich aus ihrem kargen Umkleideraum in die Orion/Garderobe und wirbeln dort die Pressekonferenz durcheinander. Bleistein hat die Nase voll und befiehlt Hiebert, die Band zu bezahlen und hinauszuwerfen. Dann sagt Bleistein »die legendären Orion« an, doch am hinteren Ende der Halle beginnen Blam! zu spielen. Das Publikum ist begeistert, und als die Wachleute die Band endlich doch hinausbefördern, folgen ihnen sämtliche Zuhörer (sowie der Postbote und der Hippie) mit dem »Magic Bus« in Terrys Tankstelle, um dort weiterzufeiern, und Bleistein und Orion bleiben geschlagen zurück.

TRIVIA: Laut Drehbuch hieß diese Folge »viel zu hoch«. Als Terry nach der Uhrzeit fragt, sieht Felix auf die Uhr, die er an seinem Fußgelenk trägt. Den Postboten spielte Heinz Joseph Braun, einer der beiden Inhaber des Labels Russki Records, bei dem Jürgen Tonkel später mit seiner Band Dogs D’Amour unter Vertrag war. Er war nebenbei Bassist bei Haindling und ist heute Kabarettist. Bleisteins Verzweiflungs-Pose, nachdem das Publikum die Halle verlassen und ihn und Orion im Stich gelassen hat, ist eine Anspielung auf James Brown. Die »Polyester-Halle« war in Wirklichkeit die inzwischen abgerissene Alabama-Halle im Münchner Norden.


e-mail:michael sailer | impressum | © Michael Sailer