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"viel zu spät"
 

Folge 14: viel zu spät

(Ein Drehbuchentwurf, 1. September 1987)

Der merklich gealterte, korrekt und höflich auftretende Panda trifft morgens am Hauptbahnhof den zum Bahnhofspenner verkommenen Felix. Der torkelt mit ihm in einen Zug nach Süden (Italien). Während Panda undurchschaubare Geschäfte abwickelt, hockt Felix im Hotelzimmer, besäuft sich und erzählt Panda wilde Phantasiegeschichten von einer Blam!-Reunion-Welttournee. Als Pandas Drogengeschäfte auffliegen, müssen die beiden fliehen und kommen auf Umwegen zurück nach München. Mittellos und gelangweilt machen sie sich auf die Suche nach Bruno. Dessen letzte Adresse ist ein Abbruchhaus, in dessen dunklem Keller er mit acht schwarz bemalten "Hottentotten" einen infernalischen Lärm aus vier Ölfässern prügelt - die Musik der Zukunft, wie er meint. Als das Wort "Blam!" fällt, jagt er Panda und Felix davon.

Felix meint, die einzige Möglichkeit, den Comeback-Plan zu verwirklichen, sei, eine Zeitmaschine zu kaufen und Bruno direkt aus der Vergangenheit zu holen. Es gibt aber in den Läden, die die beiden aufsuchen, nur gebrauchte Zeitmaschinen ohne Garantie, und die findet Panda als korrekter Geschäftsmann zu teuer.

Terrys Tankstelle ist inzwischen abgerissen worden, und so verfolgen Panda und Felix Terrys Spur aufs Land. Auf einem Bauernhof im tiefsten Franken finden sie ihn schließlich - als Wurzelsepp mit Bart und langen Haaren, der ihnen begeistert von Keimkästen und rechtsdrehender Milchsäure vorschwärmt und sich an die Zivilisation inklusive Blam! nicht mehr erinnern will und keinesfalls vorhat, wieder in die Stadt zu ziehen - auch nicht, als ihm Panda und Felix erzählen, es gebe inzwischen ausrollbare Zebrastreifen, er müsse also keine Angst mehr haben, von Autos überfahren zu werden.

Am Schluß steht ein Dialog am Tresen, mit Versatzstücken aus dem Blam!-Sprachgebrauch:
"Geben wir's auf. Schade drum."
"Das hab' ich kommen sehen."
"Wir haben ja noch Glück gehabt. Denk nur an das Hühnchen mit dem Saxophon!"
"Au weia!"
"Genau."
"Eines Tages trifft es jeden." Usf.

TRIVIA: Die Idee, eine "endgültige Schlußfolge" zu drehen oder wenigstens zu schreiben, kam Sebastian und mir im Sommer 1987 an einem langen Nachmittag im Biergarten (oder an einem ähnlich sommerlichen Ort). Unsere "Zukunftsvorstellungen" sind (Gott sei Dank) nur zu einem sehr geringen Teil eingetroffen ... Und selbstverständlich wurde die Folge nie gedreht; es existiert nicht mehr als der oben abgetippte Entwurf.


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