DIE BÜCHER

 
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Belästigungen 1-30 (Band 1)


Belästigungen 31-60 (Band 2)


Belästigungen 61-100 (Band 3)


Belästigungen 101-166 (Band 4)

BELÄSTIGUNGEN

Das war schon ein ungewöhnlicher Glücksfall: Die Geschichte fing damit an, daß mir ein Freund im Oktober 1996 erzählte, er kenne jemand, der für ein neues Heft Autoren suche, und da habe er mich einfach mal empfohlen. Kurz darauf besuchte mich der jemand eines Abends: Er hieß Christof Leistl und erzählte mir vom "Kunstpark-Magazin", einer neuen Gratis-Zeitschrift, die er als Gestalter und Chefredakteur entwarf und für die er eine ganze Reihe von (auch "prominenten") Schreibern suchte und zum Teil schon gefunden hatte. Ob ich Lust hätte, da mitzumachen.

Und wie! Ich war damals seit ein paar Jahren "hauptberuflich" Musikjournalist, schrieb aber nebenbei an allen möglichen anderen Sachen, für die ich bis dahin keinen öffentlichen Platz gefunden hatte. Also kramte ich die Konzepte für alle möglichen Kolumnen raus und zeigte sie ihm - u.a. auch die "Belästigungen". Die hatte ich ursprünglich im Sommer 1995 für das WOM-Journal "erfunden", als es (wie das gelegentlich geschah) darum ging, den Umfang und das inhaltliche "Spektrum" des Heftes zu erweitern, dort aber nicht untergebracht, weil der Umfang dann doch nicht erweitert wurde und folglich kein Platz war für peripher-musikalische Themen und alle möglichen Spinnereien. Ich hatte die Kolumne auch noch ein paar anderen Zeitungen angeboten, aber mehr als ein höfliches Interesselein konnte ich nirgends wecken.

Christof Leistl war von der Idee sehr angetan, und so erschienen die "Belästigungen" ab Dezember 96 im "Kunstpark-Magazin". Das lief eine Zeitlang ganz gut - abgesehen davon, daß ich ein paar Monate später den Herausgeber des Heftes kennenlernte, als er mir telephonisch mitteilte, er könne die gerade abgelieferte Folge nicht drucken, weil darin der "Hauptsponsor" (eine Brauerei) negativ dargestellt sei. So was nimmt man hin, wenn und weil man froh ist, so etwas wie die "Belästigungen" überhaupt irgendwo untergebracht zu haben. Man nimmt auch hin, daß nach einiger Zeit (im März 1998) der Chefredakteur ausgewechselt wird, weil das Heft nun "positiver", "flockiger" usw. werden sollte. Die Nachfolger in der leitenden Position (Max Witzigmann und Oliver Kuhn) lernte ich als sehr nette Menschen kennen, mit denen es keine Probleme gab, höchstens wenn meine Texte aufgrund veränderter Heftformate und Layouts mal kürzer, dann länger und wieder kürzer werden sollten (sie waren eigentlich generell zu lang, aber das ist bei mir halt so).

Dennoch erwies sich mit der Zeit, daß das "Kunstpark-Magazin" nun kein spannendes Experiment mehr war, sondern lediglich ein Programmheft für den Kunstpark. Es kam dann leider eine sehr unangenehme Geschichte mit dem Herausgeber dazwischen (über die ich vorläufig noch nichts Näheres mitteilen möchte), die alleine schon gereicht hätte, um eine weitere Zusammenarbeit mit ihm für alle Zeiten zu verbieten. Also habe ich im Herbst 2001 beschlossen, die "Belästigungen" "umzusiedeln" oder, falls sie niemand haben wollen würde, notfalls auch ganz einzustellen. Zum "Umsiedeln" gab es eigentlich nur einen einzigen Kandidaten: das IN MÜNCHEN. Und glücklicherweise war die IN-MÜNCHEN-Redaktion bereit, mir die letzte Seite zu überlassen - wodurch sich unter anderem (um das ausnahmsweise mal von dieser Seite zu betrachten) die Zahl der Leser vervielfachte.

Spätestens im Jahr 1999 hatte ich die Idee, die "Belästigungen" (oder zumindest eine Best-of-Auswahl) auch mal als Buch herauszugeben. Leider antworteten von den Verlagen, denen ich die Sache anbot, bloß ein paar, und die lehnten alle ab, meistens mit dem Argument, die Texte hätten einen "zu starken lokalen Bezug" und würden außerhalb von München niemanden interessieren. Da ich komplett anderer Meinung war (und damals gerade die "Books on Demand" erfunden wurden), mußte (und konnte) ich notgedrungen selber zum Verleger werden. Der erste Band "Eure Armut kotzt mich an" erschien im Herbst 2000, der zweite "In Wahns Welt" im Frühjahr 2002, der dritte "Einladung zur Enthirnung" im Herbst 2003, der vierte "Der Untergang des Laberlandes" im Frühjahr 2005, und wenn ich nicht soviel anderes zu tun hätte, gäbe es auch den fünften schon. Ich hoffe, daß er im frühen Sommer 2006 fertig ist. Vorbestellen darf man ihn aber schon.

Weil sich (um das ausnahmsweise noch mal von dieser Seite zu betrachten) die Bücher auch weiterhin so gut verkaufen sollen wie bisher (auch weit über München hinaus, ätsch!), gibt es hier nur eine kleine Auswahl von Texten zu lesen (die allerdings mit der Zeit größer wird ...).


e-mail:michaelsailer | impressum | © Michael Sailer