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Inhalt

Ärsche, Titten und so weiter

Abend im Arsch

Volksfest

Heilgymnastik

Klick

Irgendwie zu Hause

Tapetenwechsel

Herr, die Not ist groß

Sieg oder Tod

Guten Appetit

Nachparty

Flowers

Fortsetzung folgt

Hundstage

Selbstversorger

Lebensmüde

Der Ruf der Natur

Ein aussichtsloser Dreier

Brüder, zur Sonne

Moment

Im Freibad

Untermieter

Das Rollkommando

Der Ernährer

Take me to the Station

Sterne lügen

Rock'n'Roll Desaster

Die Seuche

Werterhaltung

Knock-out

Arbeit macht frei

Klappe

Nachhilfe

Ein Happening

Keine Macht für Neumann

Die Heiligen

Lebensraum

Backe backe Kuchen

Career Opportunities

Jackpot

Nichts ist mehr

Wohin mit der Karre?

Verwechseljahre

Die Fragen des Lebens

Die Wichtigen

The Big Deal

Geflügelte Worte

Hallo Spiegel

Nachwort: Nieder mit der Literatur!

Nachwort zum Nachwort

EINE KURZE EINLEITUNG UND ERKLÄRUNG UND ...

Jemand hat mir mal gesagt, man müsse zu allem stehen, was man je gemacht hat, und auf keinen Fall dürfe man sich für irgendwas schämen. Das ist selbstverständlich totaler Schwachsinn: Zu allem, was man je gemacht hat, kann man nicht stehen. Und daß man sich nicht schämen dürfe, widerspricht nicht nur der christlichen Moral und Ethik, sondern überhaupt jeder und jeglicher.

Aber gut. Das ging so: Anfang der achtziger Jahre habe ich mal angefangen, ein paar so Geschichten zu schreiben. Ich war damals in wechselnder Folge und manchmal auch gleichzeitig Schüler, Student, Zivildienstleistender, arbeitslos, (Laien-)Schauspieler, Musiker, Discjockey, Garderobier ... und lebte in Umständen, die man freundlicherweise als etwas wirr bezeichnen könnte. Das begünstigt vielleicht die Entstehung solcher Geschichten.

Die erste davon war glaube ich die Titelgeschichte, und dann kamen immer mal wieder ein paar neue hinzu, bis mir irgendwann, ich glaube 1989, die Ideen und die Lust relativ gleichzeitig endgültig ausgingen. Danach feilte ich ein bißchen an den Geschichten rum, aber eigentlich wollte mir das ganze Ding nicht mehr so recht gefallen. Vielleicht hatte ich das vorher schon geahnt und diese Geschichten deswegen unter einem (reichlich doofen) Pseudonym geschrieben und (in einer photokopierten und handgebundenen Auflage von etwa 20 Exemplaren) veröffentlicht.

Anfang der neunziger Jahre habe ich ein paar von den Geschichten bei Lesungen vorgetragen; der Erfolg war zweifelhaft. Aber andererseits konnten die Zuhörer hierbei wenigstens gelegentlich lachen, was bei Lesungen erfahrungsgemäß das Wichtigste ist - Versuche mit ernsteren Geschichten endeten für beide Seiten recht peinlich, und recht viel anderes zum Vorlesen hatte ich damals noch nicht. Die zwei Nachworte entstanden wohl auch zu jener Zeit, mit einem Abstand von - geschätzt - zwei oder drei Jahren.

Von den Verlagen, denen ich das Buch geschickt habe, hat (zum Glück, nehme ich an) nie einer reagiert. Und dann habe ich "Abend im Arsch" halt vergessen. Es gab genug anderes zu tun, die Zeit vergeht und so weiter.

Aber seltsamerweise fragt immer mal wieder jemand nach: ob es denn da nicht neue Geschichten gebe und warum nicht und ob es nicht wenigstens die alten Geschichten noch mal wieder gebe, das Buch sei verlorengegangen oder auf Nimmerwiedersehen verliehen, und ach.

Also gut, meinetwegen muß man zu dem stehen, was man gemacht hat, auch wenn es ein saudummer Schwachsinn war. Man darf und muß dann aber hinzufügen: Nichts von dem, was hier erzählt wird, ist jemals passiert. Keine von den Personen gibt oder gab es, auch nicht als ungefähre Vorbilder. Und nein, sie sind mir auch nicht sympathisch, diese Leute, liegen mir nicht am erzählerischen Herzen und/oder ähnliches. Und neinnein: Neue Geschichten wird es keine geben.

Und schämen darf ich mich trotzdem ein bißchen. Und deswegen nur ein paar ganz vereinzelte Geschichten aus "Abend im Arsch" hier veröffentlichen. Wo links im Inhaltsverzeichnis kein Link ist, da ist das halt so. Na gut, vielleicht werden es bei großer Nachfrage ein paar mehr ... aber die ganz allersaudümmsten bleiben da, wo sie sind.

Und wenn ich irgend jemanden dabei erwische, daß er sein Originalexemplar des Buches bei Ebay anbietet oder so ... dann raucht's aber!


e-mail:michael sailer | impressum | Michael Sailer