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AUSKLANG (Eine überfüllte Polizeidienststelle am westlichsten Rand von Schwabing, babylonisches Stimmengewirr, schwere Dünste, hochkomplizierte Choreographie von schwankenden, taumelnden, fuchtelnden Menschen.) »Jetzt Ruhe da! Wie soll man verstehen, was der Mann sagt, wenn man nichts versteht! Herrgott! Wenn man sich vorstellt, daß wir über einen Kilometer von dem Blödsinn entfernt sind!« »Ja, dann geht's halt näher hin!« (Allgemeines Gelächter) »Fucking hell! This is strange!« »Hallo? Ham Sie nicht einen Buben gesehen?« »Hier, gute Frau, gleich zwei, suchen S' Ihnen einen aus, hahaha!« »Iih! Sie sind ja betrunken!« »Was glauben denn Sie, für was man da hingeht?« »Ruhe, verdammt! Hinten anstellen!« »Ja, wo ist denn da hinten?« »Mir ist schlecht! Laßt's mich halt gehen!« »So strange! Definitely! Isn't it?« »Hallo! Ich find' kein hinten! Ham Sie nicht einen Buben gesehen, der wie mein Bub ausschauen könnt'?« »Woher soll denn der wissen, wie Ihr Bub ausschauen könnt'?« »Ja, so wie ich halt!« »So, mir reicht's jetzt. Seit zwei Stunden steh' ich hier herum, dabei will ich gar nichts von denen, sondern die von mir. Jetzt gibst mir dein Handy, dann ruf ich die Karin an, daß sie mich abholen kommt.« »Ganz bestimmt wackelt die jetzt da her. Außerdem hab' ich kein Handy dabei.« (Bei dem Versuch, sich an einem nicht vorhandenen Türpfosten aufzufangen, fällt dem sehr wirr und müde wirkenden Mann aus der Jackentasche ein Mobiltelephon; dabei springt der Deckel ab, an dem ein Zettel klebt: »Wenn dein Schatzi nicht an alles denkt!«) »Die blöde Sau!« »Hoho, die überwacht dich!« »Ruhe! Und laßt's den Mann hinaus!« »Oh my god! How strange!« »Um Gotteswillen! Was ist denn mit dem passiert?« »Der ist gestolpert! Das geht keinen was an! Wer kommt?« »Mein Bub! Also, kommt nicht, mein' ich - heim. Seit drei Tagen ist er weg.« »Ja und? Was meinen Sie, wieviel Leute da hier seit drei Tagen weg sind, weil sie dauernd da dort sind? Da müssen S' halt warten bis Mittwoch!« »Achtung! Bombendrohung in der Fischer-Vroni!« »Da kannst selber hinfahrn, ich war heut schon fünfmal. Das is' bloß wieder wegen dem Fierek und seiner Traktor-Resi.« »Ich kann nimmer!« (Geräusch ausgiebigen Erbrechens.) »Drecksau! Spinnst jetzt du!« »Das hört der nimmer.« »Sauerei. Wo is' jetzt des Teil hing'flogen?« »Wennst das Display suchst, das ist unter dem Rest von dem seinem Hendl.« (Zwei Polizisten tragen einen Mann herein, dessen Gesicht mit Blut und Dreck verschmiert ist.) »Ui, der schaut aus! Auch gestolpert?« »Keine Frechheiten, gell! Durchlassen!« »Vorsicht, Sauerei! Und steigt's nicht auf mein Display!« (Der Verschmierte singt:) »Täysin täysinäinen, lalala!« »Ruhe! Personalien! Wo habt's denn den her?« »Den hat einer in der Theresienstraße in einen Stehausschank geschickt und gesagt, das wär das Oktoberfest. Da war er enttäuscht und hat viel Durst gekriegt und dann nicht bezahlt.« »Täällä tuntuu savunhajua!« »Was ist jetzt das für einer? Versteht den wer? Ohne Personalien können wir den ja gar nicht anzeigen.« »Der ist halt betrunken! Sucht's lieber meinen Bub! Der muß doch morgen früh in die Schule!« »Muljottaa! Mukiloida! Oh! Lima! Sika! Bah!« »Weißt was, wir gehen jetzt einfach. Bis die den Araber fertig haben und was merken, sind wir am Elisabethplatz.« »Und dann trinken wir da noch ein Bier. Bin ich froh, daß das endlich wieder vorbei is'!« »Ruhe, Herrgottsakrament! Ich werd' noch wahnsinnig!« »Ich auch! Mein Bub!« »Fucking hell! This is really, really strange!« (Versöhnlicher Ausklang mit gedämpfter Musik; Dunkel.) e-mail:michael sailer | impressum | © Michael Sailer | pdf |
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