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Inhalt

Warm, irgendwie

Nachbarn und Bastarde

Der Fluch des Rückstrahlers

Eisern am Bach

Mord im Regal

Lieber lesen

Der Sonne entgegen

Unter Freunden

Dreißig tote Fernseher

Ladenschluß

Vergleichsweise

Ausklang

Jäger und Sammler

In Kreisen

Ausgeschmiert

Kehraus

Maskerade

Verwehungen

Bio-Gift-Alarm

Entbehrungen

Umstellung

Gesundheit!

Verkehrs-beunruhigung

Generalprobe

Schwierige Entsorgung

Not-Lösungen

Friede!

Nächste Runde

Kernkompetent

Wildmoser raus!

Fisch, Ei und Bier

Leberkäs und Kirschen

Ehrensache

Auf dem Stimmviehmarkt

Folgenreiche Vorsicht

Rätselhaftes Brummen

Nicht strafwürdig

Erinnerungsstücke

Verheizt

Verdrahtet

Wohnen und Arbeiten

Goldene Worte

Beförderungs-erschleichung

Ein Sprachwächter

Ausblicke

Fliegende Marmeladengläser

Eisiges Risiko

Babylon

Nächtliche Glocken

Bioweißbierpraktikanten

Grün gerettet

KEHRAUS

it diesem Fasching, hat der Jackie zur Jacqueline gesagt, braucht sie ihm gar nicht kommen, weil, hat er zum Hubsi gesagt, da geht man doch nicht mit dem eigenen Hasen hin. Da gehe man am besten gar nicht hin, weil man unter dem Maskenschmarrn nicht erkennt, was man da möglicherweise alles abschleppt. Dem Hubsi war das wurst, weil er seit Silvester nichts mehr trinkt, mindestens bis zur Wies'n, und der Jacqueline war es auch egal, weil sie zu einem "Weiberball" wollte.

Weil der Jackie am Dienstag von dem Frühstückssekt einen aufgewärmten Rausch gekriegt hat, ist er halt doch hingegangen, aber nur ins Café Schwabing, wo keine Feier war, bloß der dicke Kerl von dem Eventheft, der gesagt hat, daß es um elf vormittags noch zu früh ist und daß er jetzt erst mal zwei Pizzas essen muß. Also ist der Jackie mit zum Renato gegangen, wo ihm ins fünfte Bier die Zigarette hineingefallen ist, und dann hat der Dicke gesagt, daß er die Stadt erleben will und daß das am besten auf dem Viktualienmarkt geht.

Dort hat jemand den Jackie zum Schunkeln am Arm gepackt; da hat er die Balance verloren, ist gegen den Valentinbrunnen gerumpelt und dabei ziemlich naß geworden. Dem dicken Kerl hat es vom Stadterleben auch gereicht, also sind sie zurück nach Schwabing, zu Fuß, weil der Jackie noch auf einer Weißwurst ausgerutscht und in eine Kotzlacke gefallen ist, und das hat so gestunken, daß ihn kein Taxi mitnehmen wollte. In der Sieben war die Jacqueline, die einen Heulkrampf hatte wegen weiß der Teufel was und gebrüllt hat, sie lasse sich nicht von einem Vollgekotzten vergewaltigen, weil sie den Jackie nicht erkannt hat. Dann ist der Hubsi eingelaufen und hat erzählt, daß sie dem Kahn seinen Maserati vor dem Köpi abgeschleppt haben und daß er noch zu einer Schwarzparty in die Schrannenhalle will, aber nicht weiß, was die Schrannenhalle überhaupt ist und wo. Der dicke Kerl hat gesagt, eine Schrannenhalle gebe es gar nicht, und ist eingeschlafen. Weil der Hubsi kein Geld dabeihatte, mußte er mit der Gitarre bezahlen, die der Barny von der Spider Murphy Gang in der Heide-Volm stehen hat lassen, und dann hat er den Jackie ins Silver geschleppt, wo aber der Türsteher meinte, sie seien ja strunzbesoffen. "Ich schaffe noch mindestens siebzehn Caipi!" hat der Hubsi gebrüllt, bis die Polizei gekommen ist. Da sind sie weggelaufen, über einen Zaun bei der Kunstakademie geklettert, und dabei ist der Hubsi in eine Baugrube gestürzt und wollte auf einmal unbedingt ins Krankenhaus. Der Jackie solle sofort die Polizei rufen, weil er sonst sterben muß, aber der Jackie hat gesagt, ob er wahnsinnig ist und daß er sein Handy sowieso schon am Viktualienmarkt verloren hat.

Und am Mittwochabend beim Fischessen hat ihn die Violetta gefragt, wieso der Hubsi am Telephon so unwirsch war und nie mehr was trinken und überhaupt keinen Menschen mehr sehen wollte, aber als der Jackie das erklären wollte, ist ihm nicht einmal mehr eingefallen, wieso er um sieben Uhr früh ohne Hose hinter dem P1 in einem Papierkorb aufgewacht ist, und wissen wollte er es sowieso nicht.


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