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Inhalt

Warm, irgendwie

Nachbarn und Bastarde

Der Fluch des Rückstrahlers

Eisern am Bach

Mord im Regal

Lieber lesen

Der Sonne entgegen

Unter Freunden

Dreißig tote Fernseher

Ladenschluß

Vergleichsweise

Ausklang

Jäger und Sammler

In Kreisen

Ausgeschmiert

Kehraus

Maskerade

Verwehungen

Bio-Gift-Alarm

Entbehrungen

Umstellung

Gesundheit!

Verkehrs-beunruhigung

Generalprobe

Schwierige Entsorgung

Not-Lösungen

Friede!

Nächste Runde

Kernkompetent

Wildmoser raus!

Fisch, Ei und Bier

Leberkäs und Kirschen

Ehrensache

Auf dem Stimmviehmarkt

Folgenreiche Vorsicht

Rätselhaftes Brummen

Nicht strafwürdig

Erinnerungsstücke

Verheizt

Verdrahtet

Wohnen und Arbeiten

Goldene Worte

Beförderungs-erschleichung

Ein Sprachwächter

Ausblicke

Fliegende Marmeladengläser

Eisiges Risiko

Babylon

Nächtliche Glocken

Bioweißbierpraktikanten

Grün gerettet

UMSTELLUNG

egen ihm, sagt Herr Hammler und schaut grantig in seine Kaffeetasse, bräuchte es überhaupt keine Zeit nicht geben. Er habe noch nie verstanden, was man davon habe, wenn man auf eine Uhr schaut und feststellt, daß es schon wieder so spät ist. Es gehe halt aber einmal nicht alle Welt nach ihm, sagt seine Frau, und die Sommerzeit habe immerhin den Vorteil, daß es früher hell werde.

Eben gerade nicht, sagt ihr Mann, sondern andersherum: Früher dunkel werde es, obwohl es dann schon später sei als normal, also eigentlich werde alles später und gleichzeitig früher, und das bloß wegen den Japanern, weil es bei denen von Haus aus früher hell wird, und er lasse sich nicht von Japanern vorschreiben, wann es wieviel Uhr sei. Frau Hammler sieht ihn eine Zeitlang an, öffnet den Mund und schließt ihn mit einem Kopfschütteln gleich wieder. Sie müsse sich halt einmal etwas erklären lassen, sagt Herr Hammler, und Frau Hammler schreit, sie wolle überhaupt nichts mehr hören, wegen ihr sollen sie die Uhren hinstellen, wo sie wollen, und im ganzen Haus gebe es sowieso bloß die Kuckucksuhr von seiner Großtante, die sommers wie winters eine halbe Stunde nachgehe. Nein, sagt Herr Hammler, jetzt gehe sie vor, weil es jetzt mit der Sommerzeit eben noch früher sei, obwohl es in Wirklichkeit schon später sei, aber das verstehe sie sowieso nicht.

Frau Hammler will von der Zeit nichts mehr hören und beschließt, daß es Zeit zum Einkaufen ist. Als sie nach einer Stunde zurückkehrt, ist sie außer sich. Das habe es noch nie gegeben, daß Frau Schusters Lebensmittelgeschäft in der Früh nicht auf sei, sagt sie, obwohl es schon nach acht Uhr sei. Die habe halt wahrscheinlich ihre Uhr verkehrt herum gestellt, vor statt zurück, sagt Herr Hammler, und jetzt mache sie erst um neun auf, obwohl es dann eigentlich acht ... Hingegen, fällt sie ihm ins Wort, habe der Metzgermeister Feigl gejammert, er stehe sich schon seit sechs Uhr die Beine in den Bauch, weil sich sein automatischer Wecker automatisch umstellt, was er aber nicht wissen habe können und ihn deshalb noch einmal um eine Stunde verdreht habe. Hinwiederum sei aber sein Lieferant noch gar nicht dagewesen; es wisse der Teufel, nach welcher Zeit der jetzt gehe. Und die alte Frau Reibeis sei völlig aus dem Häuschen gewesen, weil ihr Wehrdienstverweigerer sie eine Stunde zu früh aufgesucht und nackt im Bad überrascht habe und weil heute ihre Tochter aus Augsburg anreise und sie jetzt nicht wisse, ob diese eine Stunde später oder früher komme, welch letzteres eigentlich gar nicht gehe, weil sie dann schon da wäre, noch ehe sie überhaupt in den Zug einsteigt. Da habe sie die Bundesbahn angerufen und erfahren, daß es gar keine Bundesbahn mehr gibt, und jetzt laufe sie schreiend durchs Treppenhaus. Sie selbst habe eine Hartwurst bekommen, aber keinen Butter dazu und Semmeln auch nicht, weil der Bäcker sich verrechnet hat und seine Semmeln eine gute Stunde früher ausverkauft waren als sonst, und jetzt könne Herr Hammler selber schauen, wo er seine Wurstsemmel herbekomme, und das sei ein solches Durcheinander, daß sie sich am liebsten nackig ausziehen und auf die Straße rennen täte. Herr Hammler brüllt, dann gehe er eben ins Wirtshaus, bevor er wegen diesen Amis verhungern müsse, und seine Frau brüllt, da sei sie ja gespannt, ob sein Wirtshaus schon aufhabe oder noch oder überhaupt und wenn, ob es dann schon ein Bier und was zum Essen gebe oder noch oder überhaupt, und Herr Hammler brüllt, wenn er sich vorstelle, daß er sich dieses Geschrei jetzt auch noch eine Stunde länger anhören müsse als sonst, dann vergehe ihm sowieso der Appetit, und in diesem Moment fängt die Kuckucksuhr an zu schlagen, und beide schauen sich an und wissen überhaupt nicht mehr, was los ist.


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Es käme gerne noch was, aber es geht nicht weiter runter.