Diese Geschichte wurde im Juli 2005 sozusagen "im Auftrag" geschrieben: Im Rahmen des "Textwerk"-Romanseminars sollte eine "Übungslesung" der teilnehmenden Autoren stattfinden, für die - ebenfalls als Übung - eine kurze (die Vorgabe lautete: etwa zehn Minuten) Geschichte zu einem vorgegebenen Thema verfaßt werden sollte. Daher der etwas seltsame Titel: Ein besserer als die ursprüngliche Arbeitsvorgabe ist mir bis heute nicht eingefallen. Selbstverständlich war meine Geschichte ein gutes Stück zu lang (obwohl die vorgelesene Fassung noch um einige Stücke gekürzt worden war). Die Frage, ob die Geschichte autobiographischen Charakter hat, mag und kann ich nicht ehrlich beantworten. Es ist wohl, wie meist, so, daß es nur eine Welt gibt, von der man erzählen kann, daß aber erzählen etwas anderes als erleben ist.
 
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Stories

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Bilanz

Zwei Kinder

Die lustige Geschichte von dem Menschen H, der die Welt, in der er lebte, nicht ertrug und sich deshalb weigerte, ihr zu entfliehen

Ein Junge am Bildrand

Zwischenfall im Supermarkt

Titel: Der fremde Freund

TITEL: "DER FREMDE FREUND"

Er habe, sagte Sebastian zu seiner Frau, seinen Cousin wiedergetroffen, den er seit vielen Jahren nicht gesehen habe. Ihre Frage, wo diese Begegnung stattgefunden habe, schien ihm nicht relevant. Zufällig, sagte er. Sein Cousin sei während seiner Kindheit und frühen Jugend eine enorm wichtige Gestalt gewesen, die ihn, weil drei oder möglicherweise auch nur zwei Jahre älter (er wisse das nicht mehr genau), geprägt habe, vor allem sein Interesse an Musik. (Daß es vor allem sein eigenes Interesse zunächst an Donald Duck und später an Science-fiction gewesen war, das ihm den Cousin nahegebracht hatte, weil der diese Interessen ohne elterlichen Einspruch ausleben hatte dürfen, sagte Sebastian nicht.)

Nebenbei sei er ein etwas komischer Kauz, den man, wenn man ihn nicht kenne, durchaus für einen schwierigen Menschen halten könne. Sebastians Mutter wiederum habe den Cousin, der manche Ferienwoche bei ihm verbracht habe, nicht für einen schwierigen Menschen, sondern für "verhaltensgestört" gehalten, weil der Cousin seinen Kakao mit dem Teelöffel aus der Tasse zu löffeln pflegte. Sein hie und da und hin und wieder etwas seltsames Verhalten sei wohl der Grund dafür, daß der Cousin, der übrigens Wolfgang heiße und im Grunde ein netter Kerl sei, damals ein paar Probleme gehabt habe und genaugenommen bis heute habe. Zum Beispiel die Sache mit den Mädchen: In den Sommerferien 1976, mit fünfzehn oder sechzehn, sei der Cousin fürchterlich verliebt gewesen in ein Mädchen aus dem Freundeskreis, das er zwar recht gut gekannt, sich aber niemals "anzusprechen" getraut habe. Die Sache habe sich über verzweifelte Monate hingezogen, es sei von Selbstmord die Rede gewesen, der Cousin habe Nächte damit verbracht, den Biervorrat seines Vaters zu trinken und seinen Gefühlen mit entfesselten, viertelstundenlangen Gitarrensoli Ausdruck zu verleihen. Angie habe das Mädchen geheißen, und selbstverständlich sei aus der Sache nie etwas geworden.

Es sei daraus jedoch ein Verhaltensmuster entstanden. Als sich der Cousin das nächste Mal verliebt habe, sei genau dasselbe geschehen: Wieder sei ihm keine Strategie eingefallen, das Mädchen anzusprechen, wieder sei ihm nichts geblieben als Bier und Gitarrensoli. Später seien daraus Soli auf dem Synthesizer geworden, den der Cousin dadurch immerhin meisterhaft spielen gelernt habe. Ein Mädchen habe es jedoch, soweit er wisse, im Leben des Cousins nie gegeben, obwohl er sich vage an eine Bemerkung über eine "Herzensdame" bei einer zufälligen Begegnung vor vielen Jahren erinnern könne. Die habe der Cousin möglicherweise erfunden; andererseits passe das gar nicht zu ihm, der, was diesen Bereich anging, immer geradezu peinlich offen gewesen sei, zumindest ihm gegenüber, zumindest früher. Möglicherweise habe es sich bei der "Herzensdame" um eine Phase zwischen Verlieben und dem Beginn der Synthesizersoli gehandelt. (Sebastian vermied es, darauf hinzuweisen, daß er selbst bis zu seinem neunzehnten Lebensjahr nie gewagt hatte, ein Mädchen anzusprechen, und daß er, da er kein besonders guter Gitarrist war, das Unglück seiner ersten Liebe mit extrem brutalem Punkrock niedergekämpft hatte.)

Was sein Cousin von Beruf sei, wollte seine Frau wissen, und Sebastian sagte, er sei wohl eine Art Lebensmittelchemiker bei der Bundeswehr, Näheres wisse er jedoch nicht. Er wohne in einem kleinen Haus am Stadtrand, das ihm seine Eltern gekauft hätten. Eine Art "Biohaus" aus Holz und Glas: häßlich und fürchterlich unpraktisch, im Grunde von Menschen gar nicht zu bewohnen, aber wohl mit einer günstigen "Energiebilanz". In der Küche sei, als er vor über einem Jahrzehnt das erste und letzte Mal dortgewesen sei, alles vollgestellt gewesen mit Synthesizerzubehör und Schallplatten jener etwas verstiegenen Progressiverock-Richtung, für die er als Dreizehn- oder Zwölfjähriger sich von seinem Cousin auch einige Zeit begeistern hatte lassen. Dazu gebe es noch ein Schlafzimmer, in dem mehrere Synthesizer stünden, und eine kleine Kammer voller Synthesizerzubehör sowie ein Bad. Sebastian war im Begriff zu erzählen, wie er seinem damals circa vierzehnjährigen Cousin bei der blutigen Prozedur einer frühen Rasur zugeschaut habe, aber seine Frau unterbrach ihn und sagte, er solle diesen Cousin doch einmal zum Essen einladen.

Sebastian wußte, daß das ein peinlicher Abend werden würde, aber er wußte auch, daß die Neugier seiner Frau, einmal geweckt, indirekt nicht zu stillen war. Es stellte kein Problem dar, den Cousin einzuladen. Vor einigen Wochen hatte Sebastian, der in einer Musikredaktion arbeitete, ein neues Album der Progressiverockband zugeschickt bekommen, die sein Cousin (und, wenn er ehrlich war, er selbst) damals favorisiert hatte, und die Platte umgehend an seinen Cousin weitergeleitet (dessen Adresse er dem Telephonbuch entnahm), mit einem knappen Gruß und der vagen Hoffnung auf ein unverbindliches nostalgisches Telephonat. Sein Cousin hatte schon am folgenden Tag angerufen, mit gepreßter, beladener Klagestimme gedankt und Sebastian sofort in eine Diskussion über das Gesamtwerk der Progressiverockband hineinzuziehen versucht, die sich äußerst schwerfällig gestaltete, weil der Cousin schleppend sprach und Sebastian auf eine solche Diskussion gar keine Lust hatte, schon weil er sich seit über zwanzig Jahren nicht mehr mit der Progressiverockband beschäftigt hatte und ihm seine damalige Begeisterung peinlich war.

Er hatte das Gespräch mit dem Angebot abgewürgt, sein Cousin möge ihn doch bei Gelegenheit irgendwann einmal im Büro besuchen. Der Cousin war am Nachmittag darauf erschienen und hatte Sebastians nostalgischen Regungen (ein silbrig vernebeltes Bild langvergangener, unbeschwerter Sommertage, deren Unbeschwertheit jedoch bereits diversen Selbstversuchen mit der damaligen Science-fiction-Lektüre nicht standgehalten hatte) einen schweren Schlag versetzt, indem er stundenlang nicht wieder weggegangen war, auf keinen Hinweis von seiten Sebastians, er müsse noch etwas arbeiten, reagiert hatte, und ihn schließlich, mit einem großen Karton von Sebastian aussortierter Musterschallplatten unter dem Arm, fast noch bis nach Hause begleitet hätte, wenn Sebastian nicht einen dringenden Arzttermin erfunden hätte. Das Erfinden des Termins hatte nicht gereicht; Sebastian hatte tatsächlich an der entsprechenden U-Bahnhaltestelle aussteigen müssen. Sein Cousin hatte ihn bis vor die Tür der Zahnarztpraxis begleitet und die Diskussion über das Gesamtwerk der Progressiverockband erst abgebrochen, als zufällig der Türsummer ertönt war und Sebastian das Haus betreten hatte. Er hatte fast eine Viertelstunde lang auf der Treppe vor der Praxis gewartet und war mit einem bohrend schlechten Gewissen nach Hause gefahren, das sich dort sodann, als er seiner Frau von seinem Cousin berichtete, in kurzen, krampfartigen Lachanfällen entladen hatte.

Es war, wie gesagt, kein Problem, den Cousin einzuladen, denn seit diesem Tag erschien der Cousin fast jeden Nachmittag in Sebastians Büro, und meist hatte er Schallplatten dabei, die er Sebastian gerne vorspielen wolle, wenn dieser interessiert sei. Es handelte sich um pompöse, pseudoklassische Aufnahmen aller möglichen Progressiverockbands, an denen Sebastian nicht das geringste Interesse hegte, und so blieben sie größtenteils ungespielt, auch weil der Cousin hauptsächlich aus einem anderen Grund in seinem Büro erschien: Sebastians Computer war an das Internet angeschlossen, und von der favorisierten Progressiverockband gab es eine eigene und jede Menge von Fans erstellte Internetseiten, die derart viele Meldungen, Interviews und sonstige Informationen boten, daß Sebastian fürchtete, den Cousin auf Jahre hinaus nicht mehr loszuwerden. Kollegen schmunzelten, wenn sie in sein Büro kamen, wo Sebastian wieder einmal in Regalen kramte und so tat, als suchte er dies und das, während der Cousin am Computer saß und der Drucker auf dem Fensterbrett Berge von ausgedruckten Internetdateien ausspuckte. Einige Male hatte Sebastian erwähnt, es gebe auch einen Geschäftsführer in der Firma, aber sein Hinweis war wohl zu vage gewesen, und er schämte sich, ihn zu wiederholen, weil er andererseits selbst dem Cousin großzügig angeboten hatte, sich auszudrucken, "was immer er wolle".

Das Abendessen fand an einem der nächsten Tage statt. Der Cousin kam nicht als regelrechter Gast, sondern begleitete Sebastian vom Büro nach Hause in das kleine Vorstadtreihenhaus, wo seine Frau bereits wartete. Sie hatten sich verspätet, was Sebastian auf die öffentlichen Verkehrsmittel schob, weil er sich unerklärlicherweise für den wirklichen Grund schämte: Sein Cousin war mit dem Ausdrucken eines besonders umfangreichen Interviews nicht rechtzeitig fertiggeworden. Während Sebastian im Eßzimmer den Tisch deckte, hörte er, wie sein Cousin in der Küche mit seiner Frau sprach. Er hörte den klagenden, schleppenden Ton seiner Stimme, verstand jedoch kein Wort, da der Cousin gleichzeitig mit den Zeigefingern beider Hände an der Tischkante herumtrommelte, wobei er bisweilen die Mittelfinger noch zusätzlich an der Tischunterseite einsetzte, um besonders diffizile Wirbel und Synkopen hinzukriegen. Sebastian erinnerte sich, daß er mit zwölf oder dreizehn Jahren ebenfalls gerne an der Tischkante herumgetrommelt hatte, obwohl seine Mutter darauf hingewiesen hatte, es handle sich dabei um eine Verhaltensstörung, die er bitte unterlassen solle. Später war Sebastian (ziemlich schlagartig) klargeworden, daß es in der Tat speziell auf weibliche Wesen, die man noch nicht gut kannte, nicht sonderlich attraktiv wirkte, einem wild an der Tischkante herumtrommelnden Menschen gegenüberzusitzen, und die Gewohnheit endgültig abgelegt.

Während er dem Gedanken an dieses schlagartige Klarwerden nachhing, stand plötzlich seine Frau neben ihm, einen als Alibi mitgebrachten Topf und ein halbvolles Weinglas in den Händen, und sagte, dieser Cousin sei offensichtlich vollkommen verrückt. Der trommle seit einer halben Stunde an der Tischkante herum, rede dazu irgendwelches Zeug und erzeuge aber einen derartigen Lärm, daß sie nicht nur kein Wort verstehe, sondern bald ebenfalls wahnsinnig werde. Sebastian erklärte sich bereit, die übrigen Töpfe und den Cousin aus der Küche zu holen, während seine Frau, offenbar erschöpft, sich am Tisch niederließ und ihr Weinglas in einem Zug leertrank.

Der Cousin aß in gebückter Haltung und redete dabei von der Progressiverockband. Sebastians Frau fragte ihn nach seiner Arbeit, von der er nicht viel zu sagen wußte, abgesehen von ein paar Klagen über Vorgesetzte, denen er sich in letzter Zeit weitgehend entziehe, indem er ganz allein in einem eigenen Labor arbeite und dadurch die Möglichkeit habe, nebenbei über Synthesizerkompositionen nachzudenken. Sebastian und seine Frau tranken zwei Flaschen Rotwein, der Cousin sagte, er nehme so gut wie nie Alkohol zu sich, weil er als Jugendlicher damit sehr unangenehme Erfahrungen und sich selbst zum Clown gemacht habe, was ihm ohne Zweifel jederzeit wieder passieren werde, wenn er sich "hinreißen" lasse. Er rauchte auch nicht, äußerte aber keine Beschwerden darüber, daß Sebastian und seine Frau nach Ende der Mahlzeit eine Zigarette nach der anderen anzündeten.

Sebastian trug das Geschirr in die Küche und versuchte mit einer Gefühlsmischung aus Beflissenheit und Peinlichkeit, mitzuhören, was sein Cousin sagte. Er verstand jedoch kein Wort, da der Cousin, kaum daß er das Zimmer verlassen hatte, sofort wieder zu trommeln anfing. Seine Frau schlug vor, sich ins Wohnzimmer zu setzen. Sebastian saß auf dem Boden und sah zu, wie ihm gegenüber sein Cousin auf dem Sofa langsam in eine liegende Haltung hineinrutschte. Sein Hemd und der Pullover, den er trotz der sommerlichen Jahreszeit darüber trug, machten die Bewegung nur widerstrebend und unvollständig mit, sammelten sich vielmehr an der Sofarückenlehne und ließen das Bild, das der Cousin abgab, von Minute zu Minute und mit jedem Millimeter, den der Körper nach unten rutschte, während die Textilien oben verharrten, grotesker aussehen. Sebastian öffnete zwei weitere Flaschen Rotwein, dann kündigte seine Frau an, sie gehe nun schlafen, da es nach Mitternacht sei. Sebastian tat überrascht, obwohl er seit längerer Zeit fast ausschließlich damit beschäftigt war, alle paar Minuten auf die Uhr zu sehen und seine Sitzhaltung zu wechseln, weil ihm in immer kürzeren Intervallen die Beine einschliefen. Er fragte seinen Cousin nach Frauen, aber der Cousin ließ sich nicht in ein diesbezügliches Gespräch hineinziehen, sagte lediglich, es habe sich da "nichts ergeben" und er sei da inzwischen nicht mehr ganz unfroh, weil ihm so mehr Zeit für die Musik bleibe.

Während sein Cousin, der sich nun öfter stöhnend nach vorne reckte, ohne jedoch die bizarre Anordnung seiner Oberbekleidung zu ändern und der gläsernen Tischplatte nahe genug zu kommen, um an deren Kante trommeln zu können, ihm klarzumachen versuchte, wie lohnend es für Sebastian wäre, sich eine bestimmte Videokompilation über das Werk der favorisierten Progressiverockband anzusehen, begann auch Sebastian damit, hin und wieder seine Haltungswechsel mit einem Stöhnen zu begleiten, aber der Cousin zeigte keine Anzeichen von Aufbruchsstummung. Endlich (und ganz gegen seine Gewohnheit) sagte Sebastian, er müsse nun wohl langsam schlafen, weil morgen "ein langer Tag anstehe". Der Cousin bedauerte dies ächzend, erhob sich jedoch erst, als Sebastian bereits sein Glas in die Küche getragen, Hemd und Hose ausgezogen und seine Socken (ganz gegen seine Gewohnheit) säuberlich symmetrisch auf der Sessellehne drapiert hatte. Er sei, sagte der Cousin, als er auf dem Fußabstreifer vor der Haustür stand, nicht sicher, ob er es morgen schaffen werde, aber wenn, dann werde er eventuell die bewußte Videokompilation mitbringen. Sebastian schloß grußlos die Tür, da er sich, während der Cousin auf der Fußmatte stand, bereits vier- oder fünfmal verabschiedet hatte, flüsternd, um zu verdeutlichen, daß es hellhörige Nachbarn gebe.

Am nächsten Tag bat Sebastian die Empfangssekretärin der Redaktion, ihn sofort anzurufen, wenn sein Cousin aus dem Aufzug steige. Sie bot an, dem Cousin mitzuteilen, er sei "außer Haus". Sebastian spürte, wie er errötete, nahm das Angebot jedoch ohne Zögern an. Sein Cousin erschien auch noch am nächsten Tag, einem Freitag, und am Mittwoch darauf, dann nicht mehr.

Gelegentlich erwähnte seine Frau den Cousin im Gespräch mit Freunden. Eingehend und unter großem Gelächter berichtete sie, wie dieser an der Tischkante herumgetrommelt hatte und auf dem Sofa zusammengesunken war; einmal schob sie sich in einer Kneipe sogar die Speisekarte hinten unter den Pulli und dort nach oben, um den Zustand des Cousins zu verdeutlichen. Sebastian war ein bißchen unwohl bei ihren Erzählungen, und je öfter sie diese in immer drastischeren Worten ("verhaltensgestört" war eines davon) wiederholte, desto unwohler wurde ihm. Eines Tages konnte er sich nicht mehr zurückhalten und unterbrach ihre Darstellung mit den Worten, der Cousin heiße übrigens Wolfgang und verstehe eine ganze Menge mehr von Musik als er selbst und sämtliche Leute am gesamten Tisch zusammen. Seine Frau sah ihn erstaunt und befremdet an und erzählte dann weiter. Zu Hause ging sie schlafen, während er sich im Wohnzimmer die Videokompilation der Progressiverockband ansah, die er sich über die Internetseite eines Fans bestellt hatte. Er sah sie bereits zum dritten Mal, und er fand die Musik grauenvoll und die gezeigten Menschen entsetzlich peinlich, aber es war ja niemand da, der ihn sehen hätte können.

Ein gutes Jahr später war Sebastian geschieden und plante, wieder zu heiraten. Er schickte seinem Cousin eine Einladung, erhielt aber keine Antwort.


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