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früher passiert:

Mai bis Anfang Juli 2005:

Kurze Aktualisierung: Von 7. bis 10. Juli war der zweite Teil des "Textwerk"-Autorenseminars unter der Leitung von Juli Zeh und Jo Lendle, eine sehr schöne Sache, deren Ergebnis von meiner Seite, ähem, eines Tages als fertiger Roman vorliegen wird. Hoffentlich. Näheres dazu mööööglicherweise demnächst. Erwähnenswert ist auf jeden Fall die "Textwerk"-Lesung am 7. Juli im wunderschönen und rappelvollen Hinterzimmer des "Mariandl" (Café am Beethovenplatz), wo die Teilnehmer des Seminars (Kristina Nenninger, Stefanie Geiger, Claudia Kort, Sabine Zaplin, Kerstin Pistorius, Thomas von Steinäcker, Caspar Mesenhöller, Peter Kaiser, Michael Sailer) ihre Geschichten zum (von Annette Mingels vorgegebenem) Thema "Der fremde Freund" vortrugen und großen Beifall ernteten. Bilder gibt es leider keine, drum nützt diese Information den Armen, die nicht dabei waren, nicht viel ... Das von vielen Zuhörern geforderte Buch wird es wohl nie geben, aber mein Beitrag wird demnächst auf der "Stories"-Seite stehen.

Des weiteren kann man nicht oft genug darauf hinweisen ...

... daß der vierte Band der "Belästigungen" nun endlich fertig und im Buchhandel erhältlich ist. Aussehen tut er (ungefähr) so (ungefähr, weil die Schriften noch einige farbliche Modifikationen durchmachen mußten):

Sofort kaufen kann man das Buch in der Autorenbuchhandlung (Wilhelmstraße) und im Jennerwein, bestellen in jedem Buchladen der Welt und direkt bei mir. Wer das tut, spart sich damit die Versandkosten! Das Buch ist gut doppelt so dick geworden wie die drei Bände zuvor (nämlich 264 Seiten!) und kostet 15 Euro. Bestellen: hier. Reinlesen: ab hier.

Nichts Neues gibt es vom "Schwabinger Krawall"-Buch. Immer noch stehen ein paar Ablehnungsbriefe von Verlagen aus, und ob das Buch dann wirklich im späten Herbst endlich rund und fertig und erhältlich sein wird, steht somit in den Sternen. Trotzdem kann sich, wer mag, auch weiterhin für das Buch schon mal vormerken lassen. Das kostet nichts, aber wenn das Buch erscheint, ist es für die Vorgemerkten 10 Prozent billiger und versandkostenfrei. (Die lieben Leute, die sich bereits vormerken haben lassen, brauchen das kein weiteres Mal tun!)

Vorläufig kann ich auch nicht sagen, wann es nun endlich erscheint, das Deep-Purple-Buch, das die Autoren Roth und Sailer Ende März in Frankfurt in einem sagenhaften Arbeitsmarathon fertiggestellt und an- sowie abschließend mit (nicht ganz) zufälligen Gesinnungsgenossen zünftig begossen haben. Wie sich das gehört: in einer Kneipe, die große Ähnlichkeit mit Jon Lord hat.

Kurz zuvor, am 22. März, hatten die Herren Koch und Sailer Kisten und Berge von Coverversionen in den Jennerwein geschleppt und unter dem Motto "Nachspielzeit" demonstriert, was alles passieren kann, wenn Musiker sich berufen fühlen.
Hier hingegen ist zu sehen, wie Herr Koch Herrn Sailer demonstriert, was ein "Lautstärkeregler" ist. Herr Furbach hört das offensichtlich auch zum ersten Mal.

Des weiteren hat der Frühling Einzug gehalten, was manche Leute ein wenig verwirrt und zu einem Überraschungsbesuch im Sailerschen Hinterhof animiert hat.
Vielleicht ist dort der Frühling schöner als anderswo. Oder feuchter. Aber das gehört ja eigentlich hier sowieso nicht hin.

Schön ist der Frühling jedenfalls in Erlangen, wo sich Familie Sailer u. a. zwecks Besuch der Bergkirchweih einfand.

Und "eingefunden" hat sich nun, Anfang Juni, leider auch die wenig segensreiche Schafskälte, die die härtesten Schriftsteller des Landes aber nicht davon abhalten konnte, ihre jährliche Bierwanderung abzuhalten und sich, immerhin streckenweise gnädig besonnt, in der Oberpfalz durchs wunderschöne Waldnaabtal (wo der Biber beißt, der Granitfels sich türmt und ein Fiedler wenig Glück hatte) zu schleppen, nachdem sie ausgiebig festgestellt hatten, was ein Zoigl ist, und dies sowie vieles andere ebenso ausgiebig diskutiert bzw. verzehrt ebenfalls hatten. Gerne würde ich die Gastfreundschaft des aus- und aufgesuchten Ortes und seiner Bewohner noch ausgiebiger loben, preisen und empfehlen, was jedoch aus Gründen des Eigennutzes unterbleiben muß. Immerhin darf man was sehen (von oben links nach unten rechts: mehrere Zoigl, ein Wanderplan, Fluß/Stein/Mensch, Bibers Werk, mehr Stein und Fluß, ein Hinweis auf rätselhafte und nicht überprüfte Eigentümlichkeiten der Ernährung):

Und schließlich fand am 18. und 19. Juni wieder einmal der "Corso Leopold" statt, eine höchst segensreiche Erfindung, die es durch Sperrung der Leopoldstraße für den Autoverkehr ermöglicht, zwei Tage lang die Strecke zwischen Universität und Münchner Freiheit mit einem hypermodernen und effektiven Teppich aus Beschallungslärm und Reklamegetrommel zu überziehen. Dem Besucher wird es dort ermöglicht, sich durch Müllberge und Menschenmengen hindurchzuschieben, neue Taktiken der Abwehr von Hausierern zu erproben ("Eine Frage! XYZ-Fitneßstudio!" - "Tut mir leid, ich verstehe nichts bei dem Krach!" - "Oder Sie wollen bloß nichts verstehen!"), öliges Standard-Fastfood zu verzehren (zum Beispiel kalte Bratwürste ohne Senf, das Stück für umgerechnet sechs Mark), die Standard-Massenplörre aus der Fernsehwerbung zu trinken (der Ausschank von Münchner Bier wird soweit wie möglich unterbunden) und sich zu freuen, daß durch die Konzentration des Eventgebimmels viele andere Schwabinger Straßen in frühsommerlicher Idylle liegen. Und vorlesen konnte man dort auch, am Sonntag im "Karree der Kunst", das die guten Menschen Sylvia und Michael von 84gH mit großem Erfindungsgeist und Nonchalance gegenüber den allfälligen Hindernissen und Belästigungen organisiert hatten (und sich dann noch wegen eines ausgestellten Gemäldes von Mike Spike Froidl eine Anzeige wegen "Verbreitung pornographischer Schriften" einhandelten).
Trotz elektronisch deformiertem Didgeridoo-Getöse von nebenan und einer unter diesen Umständen etwas arg klein geratenen Verstärkeranlage erfreute sich eine nicht geringe Schar von Zuhörern an diversen Folgen des "Schwabinger Krawalls", der gegenüber anderen Texten wegen deren mangelnder Eignung für einen Vortrag im Lärmkessel und wegen der sozusagen koinzidenten Widerspiegelung der Situation den Vorzug erhielt. Die "Süddeutsche Zeitung" meldet, es habe auch einen "Platz der Schwabinger" gegeben, wo "Literaten" es "nicht ganz leicht" gehabt hätten, "zu ihrem Publikum durchzudringen". Mag sein.

Passiert noch mehr? Nicht Sichtbares: der Studioausbau bei Dead City Radio geht langsam voran, gespielt hat die ansonsten live äußerst rare Band auch mal wieder (am 11. Juni im Gasteig), und in Sachen Reunion der Punkgruppe Tollwut tut sich nicht viel, aber demnächst Erstaunliches. Wir werden's sehen.


alle irgendwelchen Rechte: Michael Sailer