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früher passiert:

Was ist von Juni bis August 2007 passiert?

Es ist Sommer, und auch wenn es seit längerem so aussieht (und sich anfühlt), als wäre Sommer gewesen, ist er's immer noch und wird's auch wieder werden. Jedoch sind die spätsommerlichen Anflugtage im August seit eh erinnerungsträchtig; kommt dann, wie jetzt, ein ebenso einschneidender wie heilbringender Jahrestag hinzu, denkt man lieber noch zurück und fragt sich staunend, wie all das in derart kurzer Zeit passieren konnte. Ist aber, ohne Zweifel, und zuletzt in etwa unter anderem dies:

Die Premiere des "Mia san dageng"-Films in der Muffathalle fiel leider mit der "Langen Nacht der Musik" zusammen, die ausnahmsweise auch etwas zu bieten gehabt hätte; da mußte aber eine Entscheidung getroffen werden, und einige historische, nur teilweise erfreuliche Begegnungen legen nahe, die Entscheidung könnte falsch gewesen sein, aber das ist hinterher nicht zu ändern. Tags darauf ging auch noch das letzte Heimspiel verloren, aber immerhin blieb eine Woche darauf die zweite Mannschaft dort, wo sie hingehört. Und wir auch.

Weil es dann so generell überhaupt gar nicht regnen wollte, mußte Wasser gepumpt und an die Gartenbevölkerung verteilt werden, was ein schöner, aber auch recht solitärer Job ist, Besuch drum stets willkommen
(menschlicher auch).

Sodann lärmte mal wieder ein "Streetlife-Festival" über den Corso Leopold, mit viel Buntem und Merkwürdigem nebst einem "Kunst-Supermarkt", wo es neben blasphemieverdächtigem "Heiligem Stuhl" auch eine Veranstaltung mit dem zweideutigen Titel "Sailer liest" gab.

Die Lesebühne "Schwabinger Schaumschläger" im verdienstvollen und, was mich anbelangt, stetig/sprunghaft verdienstvoller werdenden Vereinsheim sollte gleichzeitig stattfinden, was nicht ging, erst wiederum eine Woche später, wo ich dann (nach einem turbulenten Jennerwein-Geburtstagsfest am Tag zuvor mit leicht geschwollenem Kopf) mir die Bühne mit Jess Jochimsen, Mark Stefan Tietze sowie den Stammlesern Jaromir Konecny und Moses Wolff teilen durfte. Und schwupps war daraus eine Dauereinrichtung geworden, die nach einem weiteren Sonntag (diesmal mit Jan Off und Ahne) allerdings in die Sommerpause (bis 16. September) ging, ohne photographisch verewigt worden zu sein. Lustig war's in jedem Fall, das darf glauben, wer aufgrund dieser oder jener Ausrede nicht dabei war. Das gilt in gleichem Maße für den Gastauftritt bei "Blickpunkt Spot" am selben Ort, der in der Folgezeit zu einer Art Zweit- oder Drittwohnung aus-, ähem, -artete.

Zwischendurch regnete es dann doch, weil Tollwood war, wo das Phil-Vetter-Quartett in Zeltecho nicht ganz ertrank und Sonic Youth so leise spielen mußten, daß die Gespräche der Mitbesucher vor der PA-Anlage deutlicher im Gedächtnis blieben als die Musik.
Zur jennerweinschen Sommerhölle war die Sonne dann aber wieder da, und wie.

Und dann begann die Erntezeit im Garten, mit Kirschen und später auch anderem ... jeweils in so großer Menge, daß viele liebe Menschen ungefragt mit Körben und Eimern von Feld- und Baumfrüchten überschüttet wurden.

Ich durfte auch mal wieder im Stragula lesen, bei "Westend ist Kiez", wo auch gleich mein Geburtstag (nach der Vornacht im Jennerwein, Bilder mit Dank vom Andi:)

zu Ende gefeiert wurde
(Bilder by Ko Bylanzky. Merci!), und dann lud mich Jess Jochimsen nach Freiburg ein, wo wir beim Zelt-Musik-Festival nicht nur Texte lasen, sondern auch musizierten: mit Jess und Sascha Bendiks kamen dort im trotz grausigem Wetter (mit 700 Leuten) ausverkauften Spiegelzelt erstmals seit vielen vielen Jahren die Everblues "Julia Says" und "Drift Away" zur Aufführung, in nachmittags zuvor intensiv originell arrangierten Neuversionen. Dabei waren außerdem Kirsten Fuchs und Micha Ebeling, zwei ebenfalls sehr liebe Menschen, und hinterher wurde ein "bißchen" gefeiert, im treffend getauften "Swamp".

(Zwei dieser Bilder danke ich Maik Frantsche. Danke.)

Dieses Bild weist ohne nähere Hintergrunderläuterung auf den Gründungs"tag" der Band 100 Nutten hin. Mehr dazu, davon, darüber bald oder irgendwann.

Den Juli halbierte das Türkenstraßenfest, wo ich mit Michael Schwarzmaier den Alten Simpl zur Lesebühne umfunktionieren und einige "Schwabinger Krawall"-Folgen vortragen durfte. Hinterher gab's, freilich, Bier.
Und dann ... und dann ... ging das Leben so weiter, mit wunderbaren Festen inklusive nächtlichen Regen- und anderen Tanzdarbietungen, drei weiteren Auftritten auf Hannes Ringlstetters "Blickpunkt Spot"-Bühne, wo ich mich kaum erkannt unter höchst prominente Gäste mischen durfte, sowie einer äußerst mysteriösen und im besten Sinne abseitigen Veranstaltung mit dem Namen "Bürgerversammlung", von der hier und/oder an anderer Stelle noch zu berichten sein wird (es gibt filmische Dokumente!) und die hinterher tumultuöse und ekstatische Einlagen zur Folge hatte (kausal wie zeitlich).
Eine Reise nach Thüringen hatte einen traurigen Anlaß, aber in die Trauer mischte sich auch Freude, was nicht nur dem großen Horst Tomayer geschuldet war
.

Und dann ... ist erst mal heute. Und es geht weiter, dieses unglaubliche Leben, in jeder Hinsicht.
Wie ... das
wird man erfahren.


alle irgendwelchen Rechte: Michael Sailer